Neuerscheinung im Juni 2008 - mein Buch:

»Zu Fuß von München nach Prag.«

Ein Reise- und Erlebnisbericht vom Traumpfad durch Bayern und Böhmen nach Europa.



Ein Reisebericht auch für Radtourenan Isar, Donau und Moldau !


Das Buch steht unter dem Motto:
Im Wesen des Herzens liegt Seele - und jener Quell, aus dem die Verwandlung der Welt entspringt.

Das Buch schildert in der Figur des Dr. h.c. Franz von Frömeling meine Wanderung von München nach Prag im August 2007. Das Buch ist der zweite Band zum Reise- und Erlebnisbericht des Dr. h.c. Franz von Frömeling zum Buch "Zu Fuß von München nach Venedig". Wurde dort seine Liebe zur schönen, faszinierenden Carmina geschildert, handelt dieses Buch über den Eros des ersten Buches hinausgehend seinen Weg in die Sophia, in das kulturelle Wissen und die Lebensweisheit.

Das Buch "Zu Fuß von München und Prag" bietet eine Auseinandersetzung mit Kultur, Herkunft und Heimat auf dem Hintergrund der zeitgenössischen Diskusionen über die Gefahren und Herausforderungen der Globalisierung. Es kommt zu dem Schluss, dass Europa in der Vielfalt seine große kulturelle Gemeinsamkeit findet, in weniger patriarchalischem Nationalismus und mehr matriarchalem Bürgersinn. Hierzu bietet das Buch einen ganz besonderen Anstoß zur eigenen Nachdenklichkeit.

Aber dieses Buch ist wie der erste Band eine Wanderreisebeschreibung mit vielen Informationen zum Weg von München nach Prag, mit einem reichhaltigen Glossar, einer Übersichtsgrafik über den Gesamtweg und das Höhenprofil, nicht zuletzt viele hervorragende farbige Abbildungen.

372 Seiten mit vielen brillianten farbigen Abbildungen im gesamten Textteil. Mit einem umfangreichen Glossar. Im guten Buchhandel erhältlich unter der ISBN 978-3-939518-66-2, Wiesenburg Verlag, € 19,80.

Dokumente zum Buch:

Inhaltsverzeichnis zum Buch

Ein Flugblatt zum Buch

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Drei Textproben aus: »Zu Fuß von München nach Prag«


Frömelings kalte Vision einer globalen Apokalypse, Seite 7f, 35f:

Ich, Dr. h.c. Franz von Frömeling, hatte einen Traum: Es war kühl. Die Sonne schien. Überall spiegelndes Blau, und der Himmel lag in einem unnatürlichen Strahlen. Darunter lag, eisglatt und kalt wie im Dämmerschlaf, eine große, im Sonnenlicht spiegelnde Fläche aus Wasser, die wie mein Spürsinn bis an den Horizont ging, um sich im Grau einer un- durchsichtigen Welt zu verlieren. Aus dieser traumatischen Umnachtung, die mich umgab, einschloss, war alles Wirkliche, das ich gekannt hatte, verschwunden. Was hieß Wirklich- keit? Was die Welt der Tatsachen? Was sind Tatsachen, wenn nur irgendwo in der Ferne aus dieser wasserkalten Glasfläche Kirchturmspitzen und hohe Bauwerke noch hervor schauen. Nichts sonst. Alles andere verschlungen ist, verborgen unter unermesslichen Fluten, alles was Tatsache, was als Wirklichkeit mir immer erschienen war.

Mitten in dieses Traumbild verloren, erschrak ich. Mein dumpfes Bewusstsein war ent- setzt. Entsetzte sich über das, was es von einer von Leben pulsierenden Stadt noch sah. Aber mit einem Mal schreckte mich ein schriller Ton aus der traumatischen Umnachtung auf. Das Telefon gellte zwischen die Bilder. Dieser keifende, schrille Ton des Apparats, der drüben auf der Anrichte stand, entsetzte mich. Er riss mich heraus aus dem Dämmer-schlaf, riss mir die Bilder fort, die mich bis ins Mark erschüttert hatten.

(...) Als ich am anderen Ende eine Stimme hörte, schwamm mein Sinn auf kaltem Fühlen, einer gleißenden, glatten Fläche, die leer schien, leer wie mein Denken in diesem Mo- ment. Und wie sich diese Leerheit langsam vom anderen Ende mit Worten einer bekann- ten Stimme anfüllte, sah ich, als wenn einer ein Licht anknipst, den Monopteros, auf dem ich saß, auf dem ich so oft gesessen hatte, wenn ich allein sein und in mich gehen woll- te, über mich nachdenken wollte und über die Welt, und was zu tun sei, besonders, wenn das Schicksal mir einen herben Schlag versetzt hatte, so wie damals, als Carmina gegangen war. Dann saß ich hier, auf dem künstlichen Berg im Englischen Garten.

(...) "Ich will nur sagen, dass unsere Art die Welt zu sehen und zu leben, nicht die allein selig Machende sein muss. Dass wir vor anderen Kulturen Ehrfurcht haben müssen, weil sie Fragen zum richtigen Leben vielleicht besser beantworten können als wir in unserer"

[Entgegnung:] "Aber gerade Europa hat doch in seiner Geschichte gezeigt, dass es niemals um die Bejahung der anderen Kulturen, um Toleranz zwischen Kulturen und Regionen ging, sondern immer nur darum, wer der stärkere ist und wer den anderen dominiert. Warum sollte, was in Europa nie funktionierte, in der Welt plötzlich möglich sein? (...) Schau Böhmen an, schau auf Prag. Eine Region im Herzen Europas, ein Schmelz-tiegel aus vielen Ethnien und Religionen, (...). Volksgruppen, die nicht zusammen lebten, sondern über Jahrhunderte nur aufeinander einschlugen. Niedas Gute an der anderen Kultur, sondern immer nur an der eigenen sahen! (...) Darum sage ich dir: Wirklichkeit ist nicht, woran du glaubst, wirklich ist im globalisierten Dorf der Menschheit der unerbitt- liche Kampf der Kulturen. Und es kommt nur darauf an, wer zum Schluss oben steht", sprach's und sah mich selbstsicher an.

Ich aber war fassungslos, schwieg. Ich hatte das Empfinden, er habe recht. Wie konnte ich davon ausgehen, dass das, was Europa in vielen Jahrhunderten nicht erreicht hatte, nun, in der globalen Integration vieler Kulturen möglich sei? (...)

Die Leere und Kälte in meinem Fühlen, die seine Argumente in mir hinterließen, breitete sich in mir aus las ein kaltes, graues Meer, das mit seiner tiefen Kälte alles, was bisher Kultur hieß, endgültig bedeckt und keine Hoffnung lässt, dass es jemals wieder daraus hervor tauchen würde.



Frömelings erste Etappe in München und im Englischen Garten, Seite 50ff:

Ich ging an der prächtigen Fassade der Residenz und an den nach Westen angrenzenden Luxusausstattern vorbei nach Norden bis hinauf zu der in den Jahren 1841 bis 1844 erbauten Feldherrnhalle, die, erbaut von Friedrich von Gärtner, an Tilly und Wrede erinnert. Dass diese dort stehen, entspricht nach streng bayerischem Volksglauben einer klaren architektonisch-historischen Fehlleistung, denn der eine ist kein Feldherr und der andere kein Bayer.

(...) Hier auf dem Platz genoss ich ausgiebig die morgendliche Atmosphäre mit der noch tief stehenden Sonne und den von ihr geworfenen, langen Schatten. Ich betrachtete die Standbilder und Monumente der Könige und Feldherrn und verschiedene Gebäude rings- um, die sich durch ihre besondere historische und architektonische Ausstrahlung her- vortaten. Das war weniger die im Barock überladene, in ockergelb gehaltene Theatiner-kirche und nicht die eher Rennaissance-lastige Residenz als vielmehr die Oper, die Feldherrnhalle und der erhabene Blick die Ludwigstraße hinauf zum Siegestor mit dem angrenzenden, edlen Café Tambosi.

(...) Als ich vom Odeonsplatz durchs Tor in den Hofgarten kam, sah ich im Gewölbe der umseitigen Arkaden die Gemälde verschiedener historischer Thematik, gemalt von Cornelius, Kaulbach, Neureuther und anderen bedeutenden Malern des 19. Jahrhundert. Zwei davon, die mir wichtig waren, erinnern an historische Ereignisse meines Wander-ziels, an Bayern und Böhmen: Auf dem einen kämpfen Böhmen und Bayern im 13. Jahr- hundert um das Land am Inn, auf dem anderen wird dem bayerischen herzog Albrecht III. die böhmische Krone angeboten.

(...) Von hier senkte sich der Weg ab, führte an der Steinplastik des Jünglings Harmlos vorbei und in die dunkle Unterführung, an deren Ende der Englische Garten beginnt.
Hier, aus dem Halbdunkel des Durchgangverlieses kommend öffnete sich der vom wilden Eisbach durchrauschte und vom Spiel des Windes in den Blättern der Äste umwehte Park mit Namen Englischer Garten zum lichten Tag, ein Hain und Naturparadies von natur-kräftigster Art, gepflegt und wild wachsend zugleich, anmutig in Farben und Formen, begeisternd in seiner Ausdehnung, der sich mit seinen fünf und zwei Kilometern im Karree bis weit in den Norden erstreckt und als Isarauen am Fluss sich bis in die Mündung der Isar in die Donau hinzieht.



Frömelings Traum vom Weg der Liebe, in Wallern (Volary), Seite 211f:

Zu vorgerückter Stunde gingen wir zurück in unsere Pension. Wir wollten uns zum Abschluss des Abends dort noch ein letztes böhmisches Bier gönnen. Wir setzten uns an einen kleinen Tisch gleich bei der Bar, von dem aus man einen guten Rundblick durch den gesamten Kneipenraum hatte. Wir besprachen die morgige Tour, schauten in die Landkarten, den Reiseführer und überlegten, wie am besten nach Prachatitz zu gehen sei.

Als wir über die verschiedenen Details und Einzelheiten diskutierten, wurde ich intuitiv mehr und mehr, dann immer bewusster hinüber schauend, gewahr, dass eine der jungen Frauen, die dort am Tresen stand und Bier zapfte, immer wieder Blicke herüber warf. Ich sah, wie sie an der Theke, am Zapfhahn Bier in Gläser füllte, den Saft geschickt von Glas zu Glas verteilte, damit kein Tropfen verloren ginge. In ihre Blicke verstrickten sich zunehmend meine Augen, je öfter ich in den Raum sah. Sie schaute herüber, ich am seidenen, braunen Haar vorbei, prüfte die Straße, Feldwege und Pfade, die von ihrem Spiegelbild der Vitrine über die zarte Hand und den Arm direkt in ihr Herz führten. Plätze, Sehnsuchtsorte schienen dabei, Orange Sweet, im makellosen Glanz einer verwundeten Welt, schlank, braun und seidig im herab fallenden Haar, das im Auge konzentriert, lüsterne Blicke ins Geratewohl einer erst begonnenen Nacht warf.

Ich wusste nicht, was es bedeutete, ob überhaupt etwas. Aber mehr und mehr dachte ich über diese Begegnung nach, die der Blicke, der Empfindungen, unserer Körper - und bevor ich mich verlief, mich in ihr versah, mich in ihr sah, aus ihr hinaus schaute, in meine verwandelte Welt, war der Abend vorbei, alle Details besprochen, die zu sagen waren. Wir gingen zu Bett, Frank und ich in unsere Orange Suite, in die Betten tief ermüdeter Pilgerschaft auf Pfaden zu uns.